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Medizinische Kompressionsstrümpfe: Ein weites Feld!

K. Kröger

 

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Kompressionsstrümpfe, deren Unterscheidung und deren Indikationsgebiete jedem Wundtherapeuten bekannt sein sollten:

Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) sind meistens weiße Strümpfe, die eben nicht als Kompressionstrümpfe bezeichnet werden. Sie dienen der Thromboseprophylaxe bei immobilen Patienten und spielen in der ambulanten Pflege keine Rolle.

Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) haben eine definierte Kompressionsklasse und werden zur Therapie der akuten Thrombose, zur Behandlung des postthrombotischen Syndroms und zur Unterstützung der Ulkusheilung verordnet.

Daneben gibt es noch die Begriffe Verbandsstrümpfe und Strumpfverbände, deren Sprachgebrauch unscharf ist. Strumpfverbände sind meist weiße Strümpfe und erinnern an MTPS. Sie haben aber eine etwas höhere Kompression und werden nicht zur Thromboseprophylaxe getragen, sondern z.B. nach Varizenoperationen als Verband verordnet. Verbandstrümpfe oder auch Ulkusstrümpfe sind in der Regel MKS vom Unterschenkeltyp, die zusätzlich einen Unterziehstrumpf haben, der maschinenwaschbar ist und die Ulkusauflage fixieren soll, damit sie beim Anziehen des MKS nicht verrutscht 

MKS und Therapie der akuten Thrombose

MKS sollten erst auf ein schlankes entstautes Bein angemessen werden und vom mobilen Patienten tagsüber getragen werden. In der Nacht sind sie wegen des hohen Kompressionsdrucks kontraindiziert. Wegen der zu Beginn vorhandenen Schwellung ist bei einer akuten Thrombose primär eine Entstauung durch die Anlage eines Kompressionsverbandes, wenn möglich über das proximale Ende der Thrombose hinaus notwendig. Dieser Kompressionsverband kann nachts verbleiben. Nach der Entstauung sollten dann auf das ödemfreie Bein ein Kompressionsstrumpf angepasst werden. Dieser Kompressionsstrumpf der Klasse II oder III sollte über 6 bis 12 Monate tagsüber getragen werden. Dann ist die Therapie der akuten Thrombose im Sinne der abschließenden Thrombusorganisation abgeschlossen.

Bei Becken- und Oberschenkelvenenthrombosen reichen ebenfalls Oberschenkelstrümpfe (AG) aus. Eine Strumpfhose bietet keinen gesicherten Vorteil, da eine Kompression der Beckenvenen nicht erreicht wird. Sie kann aber bei kurzen, kräftigen Beinen aus Gründen des besseren Sitzes notwendig sein. Poplitealvenenthrombosen, die an den Kniegelenksspalt heranreichen, sollten ebenfalls mit einem AG-Strumpf versorgt werden, da ein Unterschenkelstrumpf (AD) das proximale Thrombusende nicht erreicht.

Bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) oder Polyneuropathie (PNP) müssen niedrigere Kompressionsklassen verordnet werden oder es muss sogar ganz auf eine Kompression verzichtet werden, um eine Gewebeschädigung zu vermeiden. Im Einzelfall kann stundenweises Entstauen durch kontrolliertes Wickeln am wachen Patienten mit nachfolgender Kontrolle hinsichtlich Druckstellen hilfreich sein. Jede Zunahme eines Schmerzes unter einem Kompressionsverband oder -strumpf kann bedeuten, dass andere Erkrankungen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit übersehen wurden oder dass der Verband bzw. Strumpf falsch angelegt wurde.

MKS und Therapie des postthrombotischen Syndroms

Bei nachweisbarem postthrombotischem Schaden ist die lebenslange Fortführung der Kompression als Unterschenkelstrumpf indiziert. Das Ziel ist es, den postthrombotischen Umbau des Gewebes hin zu einer Dermatoliposklerose mit Hämosiderose und Ulkusbildung zu verhindern bzw. möglichst weit herauszuschieben.

Bei den vielen älteren Menschen mit einem Ulkus cruris venosum wurde über Jahre hinweg keine Kompression durchgeführt sonst wäre kein Ulkus entstanden. Diese Patienten müssen wieder an eine optimale Kompression herangeführt werden, um die Ulkusheilung zu unterstützen. Der Kompressionsverband komprimiert die Extremität und führt so zur Resorption der im Gewebe befindlichen Flüssigkeit durch die Venen und Lymphgefäße über die sie dann herzwärts abgeleitet wird. Das Anlegen eines Kompressionsverbandes bedarf einer gewissen Erfahrung, ist aber grundsätzlich von Ärzten, Pflegefachkräften und Angehörigen zu erlernen. Das Ziel muss es sein, einen nicht rutschenden Verband mit wirksamer Kompression zu erreichen, ohne Druckschäden oder Verformungen der Extremität herbei zu führen. Bei starkem Ödem und oder stark exsudierendem Ulkus kann es notwendig sein, den Verband in den ersten Tagen 2 bis 3mal täglich zu erneuern. Die Indikation für das Anlegen eines Kompressionsverbandes ist in der Regel von einem Arzt  festzustellen, da er auch die Verantwortung für die Beachtung der Kontraindikation (PAVK, PNP) übernimmt. Bei jedem Verbandwechsel sollte das Bein sorgfältig auf eventuelle Druckstellen, Hautveränderungen und atypische Schwellungen, die durch lokale Schnürungen aufgetreten sind, inspiziert werden.

In der stabilen Phase der Ulkusheilung kann auch ein Verbandstrumpf bzw. Ulkusstrumpf verwendet werden. In der Phase der Entstauung kann er nicht angemessen werden und bei starker Exsudation durchfeuchtet er genauso schnell wie ein Kompressionsverband und ist somit nicht von Vorteil. Hat man diese Probleme aber im Griff, sind Verbandstrümpfe von Vorteil. Sie sorgen für gleichmäßigen Druck und verhindern so inter- und intraindividuelle Unterschiede beim Anlegen der Kompressionsverbände.


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